von Daniela Schreyer
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Die Google-Suche ist kein Karteikasten mehr, sondern ein Gesprächspartner. Was das für Ihr B2B-Marketing bedeutet

 

Warum GEO das SEO nicht ersetzt, sondern ergänzt. Warum die Marketing-Klassiker zurückkommen und eigene Kundendaten zum Gamechanger werden.

Fast beiläufig hat Google die größte Veränderung der Suche seit Jahren eingeläutet: Die Suchbox wird zur Antwortmaschine.

Stellen Sie sich die klassische Google-Suche wie einen sehr fleißigen Bibliothekar vor. Sie nennen ein Stichwort, er reicht Ihnen einen Stapel Karteikarten, und Sie gehen damit selbst zu den Regalen. Welche Bücher Sie am Ende aufschlagen, entscheiden Sie.

Dieser Bibliothekar hat den Job gewechselt. Er reicht Ihnen keine Karten mehr. Er liest Ihnen die Antwort gleich vor, fasst drei Bücher zu einer runden Auskunft zusammen und erwähnt nur noch nebenbei, aus welchem Regal das Wissen stammt. Willkommen in der KI-Suche.

Für Unternehmen verändert das eine zentrale Frage. Früher hieß sie: Wie komme ich in den Karteikasten ganz nach vorne? Heute lautet sie: Werde ich überhaupt noch vorgelesen?

Der Kunde hat das Haus schon besichtigt, bevor er klingelt

Im B2B beginnt fast jeder Kauf mit einer Recherche. Und diese Recherche ist heute fast abgeschlossen, bevor Sie als Anbieter davon Wind bekommen.

Die Zahlen sind deutlich. Gartner und eine Studie von 6sense zeigen, dass B2B-Käufer rund 70 Prozent ihrer Kaufreise hinter sich haben, bevor sie zum ersten Mal mit dem Vertrieb sprechen. Etwa 80 Prozent nehmen diesen Erstkontakt selbst auf, zu einem Zeitpunkt, den sie bestimmen. 6sense ergänzt: 83 Prozent haben ihre Anforderungen vollständig definiert, bevor sie mit einem Anbieter reden, und 92 Prozent starten mit mindestens einem Anbieter im Kopf.

Anders gesagt: Wenn der Interessent endlich klingelt, hat er das Haus längst besichtigt. Der Termin dient der Bestätigung, nicht mehr der Überzeugung. Gartner berichtet passend dazu, dass 67 Prozent der Käufer eine möglichst vertriebsfreie Erfahrung bevorzugen und 45 Prozent bei einem aktuellen Kauf bereits KI eingesetzt haben.

Die unbequeme Konsequenz: Der wichtigste Teil der Entscheidung fällt am Anfang, im Verborgenen. Wer dort nicht vorkommt, kommt oft gar nicht mehr vor.

 

Sichtbarkeit verschwindet nicht, sie zieht um

Jetzt die gute Nachricht, und die wird gern überlesen. Die KI erfindet ihre Antworten nicht. Sie zieht sie aus Quellen. Genau hier entsteht Ihre neue Bühne.

Eine Auswertung von TrustRadius zeigt, dass 72 Prozent der Käufer den KI-Überblicken bei der Recherche begegnet sind, und 90 Prozent davon auf mindestens eine der zitierten Quellen geklickt haben. Sichtbarkeit löst sich also nicht auf. Sie zieht um. Weg vom blauen Link, hin zur zitierten Quelle.

Dass der Druck real ist, bestreiten wir nicht. Gartner rechnet mit einem Rückgang des klassischen Suchvolumens um rund 25 Prozent, und eine Analyse von Ahrefs zeigt, dass KI-Antworten die Klickrate auf Top-Platzierungen um etwa 58 Prozent senken können. Aber Sichtbarkeit, die umzieht, ist etwas anderes als Sichtbarkeit, die stirbt. Man muss nur die neue Adresse kennen.

 

GEO ersetzt SEO nicht. Es baut darauf auf.

Hier kursiert gerade viel Halbwissen. Die einen rufen das Ende von SEO aus, die anderen verkaufen GEO als komplett neue Wunderdisziplin. Beides geht an der Realität vorbei.

GEO steht für Generative Engine Optimization, also die Kunst, von KI-Systemen als verlässliche Quelle zitiert zu werden. Das Entscheidende: Google selbst hat im Mai 2026 klargestellt, dass es im Kern weiterhin SEO ist, weil die KI-Funktionen auf denselben Ranking- und Qualitätssystemen beruhen wie die klassische Suche. Dazu passt, dass rund 40 Prozent der in KI-Antworten zitierten Quellen aus den organischen Top 10 stammen und etwa 70 Prozent aus den Top 100.

Technisch dahinter steckt ein Verfahren namens Retrieval-Augmented Generation. Vereinfacht: Die KI sucht erst passende Inhalte zusammen und formuliert daraus dann ihre Antwort. Der Suchteil verschwindet nicht, er wandert nur unter die Motorhaube. Wer dort gut indexiert, sauber strukturiert und thematisch tief ist, wird auch zitiert.

Das heißt im Klartext: GEO ist kein Bruch mit SEO, sondern sein nächstes Kapitel. Ihre technischen Hausaufgaben sind nicht umsonst, sie sind die Eintrittskarte. Keyword-Stuffing dagegen wirkt heute ungefähr so elegant wie ein Faxgerät im Pitch. Wie Sie konkret für die KI-Suche optimieren, haben wir hier zusammengetragen: 11 konkrete Maßnahmen: So optimieren Sie für Google's KI-Suche.

 

Die Klassiker kommen zurück, und das ist kein Zufall

Wenn der Anfang der Käuferreise unsichtbarer wird, steigt der Wert jedes Kontakts, den Sie wirklich besitzen. Und plötzlich sind die vermeintlich angestaubten Werkzeuge wieder die schärfsten im Kasten.

Eine starke Marke, damit Sie zu den Anbietern gehören, die der Kunde von Anfang an im Kopf hat. Fachliche Tiefe, die Sie zur zitierfähigen Quelle macht. E-Mail-Marketing und Marketing Automation, mit denen Sie Interessenten begleiten, ganz ohne Suchmaschine als Türsteher dazwischen. Und ja, sogar die Messe. Nirgendwo sonst trifft man seine Zielgruppe so dicht gedrängt und so freiwillig bereit, die eigenen Kontaktdaten herauszugeben.

Ty Heath vom B2B Institute bei LinkedIn beschreibt einen verwandten Mechanismus: Hochwertige Inhalte zahlen auf eine Glaubwürdigkeit ein, die sich über die Zeit aufsummiert. Diese Glaubwürdigkeit überzeugt Menschen und Maschinen gleichermaßen.

 

Der eine Punkt, der mittelfristig über Gewinner und Verlierer entscheidet

Wenn Sie aus diesem Text einen Satz behalten, dann diesen: Wer es schafft, eigene Daten zu gewinnen, sie zu pflegen und für seine Aktionen zu nutzen, gehört mittelfristig zu den Gewinnern.

Die Branche hat das verstanden. Rund 70 Prozent der B2B-Marketer wollen ihre Investitionen in sogenannte First-Party-Daten stärker erhöhen als bei jeder anderen Datenstrategie. Der Grund ist simpel. First-Party-Daten sind die Kontakte, die Sie über Ihre eigenen Kanäle und mit Einwilligung gewinnen. Sie sind Ihr Eigentum, kein Mietverhältnis. Ein Algorithmus kann Ihnen Reichweite kürzen. Ihre eigene Liste kann er Ihnen nicht wegnehmen.

Ein Denkfehler lauert hier allerdings. Ty Heath bringt ihn auf den Punkt: Nicht der Besitz der Daten ist der Vorteil, sondern ihre kluge und verantwortungsvolle Nutzung. Die größte Datenbank gewinnt nicht. Es gewinnt, wer aus seinen Daten relevante, vertrauenswürdige Erlebnisse macht. Genau das leistet Marketing Automation, die aus einer gepflegten Kontaktliste eine persönliche Begleitung entlang der gesamten Käuferreise macht. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Google's KI macht Sie unsichtbar: Warum eigene Daten jetzt Ihre Rettung sind.

 

Fazit: Es braucht ein neues Verständnis der B2B Customer Journey

Die alten Reflexe greifen nicht mehr. Mehr Landingpages, mehr schnell produzierter Content, mehr Keyword-Varianten. Das alles poliert an einem Schaufenster, an dem die Kundschaft gerade vorbeigeleitet wird.

Was es jetzt braucht, ist kein neuer Trick, sondern ein neues Verständnis davon, wie B2B Customer Journeys künftig laufen. Drei Dinge greifen dabei ineinander: für die KI sichtbar werden, ganz am Anfang. Die Klassiker wieder ernst nehmen. Und konsequent eigene Daten aufbauen und nutzen.

Genau in diesem ersten Schritt setzt unser Angebot zur KI-Website-Optimierung an. Wir bringen Ihre Website in eine Form, die die KI versteht und zitiert, und verzahnen das mit einem Prozess, der Ihre eigene Datenbasis Stück für Stück aufbaut. Damit Sie sichtbar bleiben, wenn der Klick zur Ausnahme wird, und unabhängiger werden von den Launen der Algorithmen.

Idealerweise setzen Sie allerdings schon eine Ebene höher an. Unsere Empfehlung als Gegenmaßnahme: Gemeinsam mit Ihnen erarbeiten wir Value-Based-Selling-Strategien und arbeiten an der Definition des perfekten Idealkundenprofils, des sogenannten ICP. Vereinfacht klären wir dabei zwei Fragen: Welche konkreten Probleme lösen Sie für Ihre Wunschkunden, und über welche Kanäle erreichen Sie genau diese Menschen am besten? Das Ergebnis ist Ihre Schatzkarte. Sie zeigt, wo sich der Ausbau Ihrer Sichtbarkeit wirklich lohnt und welche Inhalte entlang des Beschaffungsprozesses Ihrer Interessenten und Kunden tatsächlich zählen.

Lassen Sie uns über Ihre Ausgangslage sprechen. Unverbindlich, auf Augenhöhe und mit ehrlicher Einschätzung statt Buzzword-Bingo. Es wird gut. Ehrlich.

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